
Viele glauben, dass die Denkweise hinter der Kundalini Yoga Technik im Widerspruch zu den Glaubenssätzen vieler großer Religionen steht, da die meisten dieser religiösen Glaubenssätze auf der heiligen Natur des Zölibats als Weg zu spirituellem Wachstum basieren. Diese quasi-religiöse Sichtweise hat im Wesentlichen zu dem Glauben geführt, dass voreheliche sexuelle Beziehungen schädlich für die Entwicklung des wahren Selbst sind. Kundalini Yoga hingegen geht davon aus, dass Sexualität eine sehr positive Einflusskraft sein kann, die für eine bessere Selbstwahrnehmung und Selbstverwirklichung genutzt werden sollte. Dementsprechend umfasst das Denken des Kundalini Yoga nicht nur sexuelle Gefühle, Gedanken und Berührungen, sondern nutzt sexuelles Verstehen und Erleben auch als Methode, um Erleuchtung und Weisheit zu erlangen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Kundalini Yoga ist die sogenannte „Tantra“-Methode, die besagt, dass die enorme Energie, die in der Sexualität gefangen ist, vom unteren Ende der Wirbelsäule freigesetzt wird, von wo aus sie die Wirbelsäule hinauffließen kann, um göttliche und glückselige Erleuchtung zum Gehirn zu bringen. Nach diesen Prinzipien fließt die Kundalini-Energie innerhalb der Wirbelsäule zusammen mit einem Energieauslass, der Shushumna genannt wird. Die Kundalini-Kraft gilt als die dominanteste aller übernatürlichen und mystischen Energien.
Wenn ein Mensch sein vollständiges Selbst entdeckt, indem er körperliche Verspannungen löst, geistige „Reibungen“ beruhigt und Energieblockaden überwindet, ist er bereit, sich mit einem Partner zu verbinden, der die gleiche Energieintensität besitzt. In der Zusammenarbeit entsteht dann ein „Ganzes“. Damit dies für alle möglich ist, müssen die Partner ein hoch entwickeltes Bewusstsein füreinander in ihrer Essenz erlangen.
Beim Maithuna, manchmal auch als tantrischer Liebesakt bezeichnet, versuchen die Partner eine Vielzahl von Meditationen zu erfahren, bevor sie eine körperliche Verbindung eingehen. Es ist äußerst wichtig, dass die Partner diese spirituelle Verbindung während des gesamten Liebesaktes aufrechterhalten. Es ist faszinierend zu verstehen, dass die Partner beim tantrischen Yoga nicht danach streben, einen Orgasmus zu erreichen oder gar keinen Orgasmus zu haben. Die Maithuna-Methode zielt also nicht auf sexuelle Befreiung als Ergebnis ab, sondern betrachtet Sex als Ausdrucksmittel, durch das die Entwicklung des Selbst immer weiter voranschreiten kann.
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